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Studiumsfrust

Ich bin seit Anfang März im sechsten Semester meines Studiums und wer mir schon länger folgt, wird sicherlich schon das Ein oder Andere darüber gelesen haben.
Generell bin ich der Meinung, dass ich nicht für das Studium gemacht bin. Mir macht das Studienfach zwar Spaß, aber ich sehe es eher als Mittel zum Zweck. Ich bin kein fleissiger Lerner, habe mich in der Schule schon eher so durchgeschummelt. Mich nerven Hausaufgaben. Ich lese zwar gern, aber 20 Seiten wissenschaftlicher Text öden mich an. Lernen und Hausarbeiten schreiben klappt bei mir meist nur unter Zeitdruck. Ich bin Meister der Prokrastination.

Ich finde die meisten Seminare thematisch interessant und lese dafür auch ganz gern, aber nach 5 Semestern hängen mir Poster, Flipcharts gestalten und Plakatvorstellungen zum Halse raus.
Kurz: Thematisch macht mir das Studium Spaß  und bringt mich weiter, aber didaktisch langweilt es mich. Sehr. Deshalb werde ich auch in absehbarer Zeit keinen Master machen.
Nun studiere ich ja seit 2 Jahren, war davor 12 Jahre in der Schule und habe mich an diese Langeweile gewöhnt. Ich lese, was mir wichtig erscheint, mache in der Uni mit. Im Hausarbeiten schreiben bin ich besser geworden, mein Lernen auf den letzten Drücker hat mir bis jetzt bei den Klausuren ganz passable Noten beschert und die Seminarnachweise sind laut Modulhandbuch Präsentationen, die ich zwar nicht gern halte, aber das Erstellen am PC bereitet mir Freude.

Ausserdem habe ich ja nur noch dieses und nächstes Semester. Ein sehr überschaubarer Zeitraum. Und auch der Blick ins Modulhandbuch und die Seminare des letzten Semesters stimmten mich ganz hoffnungsvoll: In Gruppen müssen wir unser lange angekündigtesbund vorher bereits geplantes Praxisprojekt ausführen und vorstellen. Desweiteren stehen eine Hausarbeit, zwei Klausuren und in den anderen Seminaren noch zwei Seminarnachweise, laut Modulhandbuch ein Referat und eine Präsentation. Im 7. Semester dann noch eine Ausarbeitung zu einer Exkursion, eine Präsentation und natürlich die Bachelorthesis. Klingt machbar.

Aber es kommt natürlich immer anders als man denkt.

Anstatt sich nach dem Modulhandbuch zu richten, dachten sich unsere Dozenten für dieses Semester wohl: öfter Mal was Neues!
Nun müssen wir also in den Fächern, in denen wir eigentlich nur Seminarnachweise machen müssen, auch Projekte in der Praxis durchführen.  Neben dem großen Praxisprojekt müssen wir nun auch noch ein medienpädagogisches Projekt zum Filmfestival „Michel“ ausarbeiten und durchführen, eine Evaluation zum Thema Partizipation in einer Einrichtung durchführen und zu guter Letzt auch noch eine umfangreiche, theoretisch fundierte Beobachtung und Intervention durchführen und präsentieren. Natürlich zusätzlich zu den zwei Klausuren und der Hausarbeit. Und das alles noch in diesem Semester. Was wir genau machen müssen, klärt sich natürlich auch jetzt erst.

Ich bin genervt, so richtig. Natürlich finde ich generell nahen Praxisbezug richtig und wichtig. Aber so unangekündigt alles in ein Semester zu packen ist richtig ungünstig. Erst dachte ich, ich wäre damit allein… Aber Gespräche mit den anderen Kommilitonen haben gezeigt, dass sich alle überrumpelt fühlen. Es ist unglaublich viel, was wir nun bis Anfang Juli bewerkstelligen müssen. Die Projekte  planen, vorbereiten, durchführen, nachbereiten, evaluieren und reflektieren und vorstellen. Dazu das Lernen für die letzten zwei Klausuren und dann die Hausarbeit.

Deshalb bin ich momentan studiumsmüde. Ich habe keine Lust mehr, bin ständig kaputt und die Seminare nerven mich. Ich kann keine Poster mehr sehen!!!
Es wird bestimmt auch wieder besser, aber im Moment bin ich nur lustlos, müde und angeschlagen. Ich hab nicht mal mehr ein schlechtes Gewissen, wenn ich mal eine Vorlesung sausen lasse(n muss). Viel lieber würde ich einfach arbeiten, das merke ich an den Praxistagen ganz besonders. Die Arbeit macht mir Spaß, ich werde gefordert und bin ausgelastet.
Die Zeiten werden bestimmt auch wieder besser, aber mit  der Hochzeit dazu ist es doch alles ziemlich viel.

Bestimmt werde ich das in zwei Monaten anders sehen und wenn das Semester vorbei ist, dann war es bestimmt alles halb so schlimm. Aber aktuell bedrückt es mich ubd ich musste es einfach mal loswerden.
Also, falls jemand bis hierhin gelesen hat:
Vielen Dank für’s virtuelle Zuhören!

Eure Jule

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Ein Kommentar zu „Studiumsfrust

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